DAS VERKEHRSZEICHEN FÜR SEX

Kampagne zur AIDS-Prävention, 1986

Anzeige zur AIDS-Prävention, 1986

Anzeige zur AIDS-Prävention, 1986

Die Aufgabe:

1985 beauftragte das Magazin STERN die KKG Michael Schirner Konzepte für Kommunikation und Gestaltung Projektagentur GmbH mit der Entwicklung einer wirkungsvollen AIDS-Aufklärungskampagne.

Die Überlegung:

Werbung gegen AIDS muss Werbung für Sex sein. Nur wer das akzeptiert und in entsprechend lebensbejahende, sexbejahende Bilder und Texte umsetzt, kann wirksam aufklären. Und: Werbung gegen AIDS muss Werbung für Kondome sein. Nun haben aber Kondome das schlechteste aller denkbaren Images: altmodisch, spießig, lustfeindlich, sehen blöd aus etc. Die Werbung muss dieses Image korrigieren. Und zwar radikal.

Die Idee:

Wir machen aus dem lustfeindlichen Kondom ein supergeiles Ding: Wir zeigen das Bild des erigierten Penis zusammen mit dem Kondom. Wir wiederholen es permanent und erreichen damit, dass Penis und Kondom in den Köpfen der Leute zu etwas wird, das zusammengehört. Wir machen Penis und Kondom zum Verkehrszeichen für den Sex im Alltag.

Der Erfolg:

Eine Studie ergab, dass die Anzahl der HIV-NeuIinfektionen im Verbreitungsgebiet unserer Kampagne signifikant zurückging, während der Verkauf von Kondomen anstieg.

Anzeige zur AIDS-Prävention, 1986

Anzeige zur AIDS-Prävention, 1986

Die Überschriften sind munter und machen Lust aufs Weiterlesen. Im kleinen Text geht’s zur Sache: „Was ist das Aids-Risiko beim Analverkehr?“ … „Was können Sie tun: Analverkehr meiden oder Präservative benutzen …”

Anzeige zur AIDS-Prävention, 1986

Anzeige zur AIDS-Prävention, 1986

Peter Knaup, der das Foto gemacht hat, ist ein bekannter Still-Life-Fotograf, der sich für seine professionellen Sachaufnahmen sehr viel Zeit nimmt. Ein harter Job für das Model.

Anzeige zur AIDS-Prävention, 1986

Anzeige zur AIDS-Prävention, 1986

Unsere AIDS-Kampagne wurde in Zeitschriften wie MAX, Spex, in Szene- und Stadtzeitschriften wie Prinz und Überblick eingesetzt und erreichte damit genau die Gruppen mit dem größten AIDS-Risiko.

Anzeige zur AIDS-Prävention, 1986

Anzeige zur AIDS-Prävention, 1986

VORN, das Magazin für freie Gestaltung, fragte Michael Schirner: „ … wie wäre diese Botschaft aktuell und wirksam für Afrika umzusetzen?“ Michael Schirner: „In Afrika würde die Kampagne so funktionieren wie bei uns. Nach einem Jahr Plakatwerbung wird die Anzahl der Neuinfektionen zurückgehen.“

Anzeige zur AIDS-Prävention, 1986

Anzeige zur AIDS-Prävention, 1986

Rita Süßmuth war damals Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit.

CREDITS

Auftraggeber: STERN, Gruner + Jahr
Agentur: KKG Michael Schirner, Konzepte für Kommunikation und Gestaltung Projektagentur GmbH
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Michael Schirner
Artdirector: Claudia Hammerschmidt
Fotograf: Peter Knaup
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