Archiv der Kategorie: Kunst

BYE BYE

Michael Schirner, BYE BYE, Serie von Digigraphien, Einzelausstellung in den Deichtorhallen Hamburg , 2010

Ausstellung "Michael Schirner, BYE BYE", Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg, 2010

Ausstellung „Michael Schirner, BYE BYE“, Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg, 2010

MICH GIBT ES GAR NICHT

Michael Schirner, BYE BYE – eine Medienkunst-Intervention im Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg vom 15.04. bis 25.04.2010,
in der Galerie Crone Berlin vom 16.04. bis 29.05.2010,
auf Großflächenplakaten und City Light Poster in Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Frankfurt vom 16.04. bis 06.05.2010,
von der ersten bis zur letzten Seite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 15.04.2010,
im Katalogbuch „Michael Schirner, BYE BYE“, Distanz Verlag Berlin
und auf www.michael-schirner-bye-bye.de

„Wie es Schirner schafft, dass wir das, was wir auf dem Bild an der Wand nicht sehen, überdeutlich als Bild in unserem Kopf wahrnehmen, verrät er uns: „Meine Kunst ist nicht mein Werk, sondern ganz allein Ihrs. Sie sind der Schöpfer Ihrer Bilder in Ihrem Kopf. Mich gibt es gar nicht.“ Das heißt, so wie das Abgebildete in der Imagination des Betrachters verschwindet, ergeht es dem Autor. Das meint Schirner mit der Selbstabschaffung des Künstlers als Autor und Experte seiner Kunst: Er tritt ganz hinter seinem Werk zurück. Die Arbeit, die Kunst macht, müssen wir, die Betrachter des Werkes, tun.“ www.michael-schirner-bye-bye.de

Michael Schirner, BYE BYE, NOR44, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, NOR44, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

DER TOD DES ANDEREN
DAS VERSCHWINDEN VON AUTOR UND ORIGINAL

Oliver Koerner von Gustorf

Das ästhetische und theoretische Terrain, das Michael Schirner mit BYE BYE betritt, ist ebenso weit wie die entleerten Szenarien seiner Digigraphien. Bereinigt von Menschen erscheint die Landung der Alliierten 1944 in der Normandie nur noch als ein wolkiges, entmaterialisiertes Seestück.

Michael Schirner, BYE BYE, CER36, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Robert Capa

Michael Schirner, BYE BYE, CER36, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Robert Capa

Robert Capas ikonische, 1936 entstandene Kriegsfotografie „Loyalistischer Soldat im Moment des Todes“ reduziert sich auf eine verwackelte Landschaft mit flüchtigem Horizont.

Es sei das Ziel seiner jüngsten Arbeiten, betont Schirner, das „Unsichtbare im Sichtbaren“ zu zeigen – die vielen unscheinbaren und unbemerkten Details jener massenmedialen Bilder, die in unserem Bewusstsein wie ein fotografisches Archiv der Welt abgespeichert sind.

Michael Schirner, BYE BYE, MUN72, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Raymond Depardon/Magnum Photos

Michael Schirner, BYE BYE, MUN72, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Raymond Depardon/Magnum Photos

Nicht nur der vermummte palästinensische Terrorist, der während der Olympischen Sommerspiele in München 1972 bei der Geiselnahme der israelischen Mannschaft fotografiert wird, hat sich in unserer Imagination verankert, sondern auch der Beton-Balkon, auf dem er steht.

Michael Schirner, BYE BYE, WAR70, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, WAR70, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Von Willy Brandts Kniefall 1970 in Warschau bleiben fragmentarische Eindrücke im Gedächtnis hängen: regennasser Stein, die Steigung der Stufen, das Weiß der Blumen im Gedenkkranz.

Michael Schirner, BYE BYE, BEI89, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Stuart Franklin/Magnum

Michael Schirner, BYE BYE, BEI89, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Stuart Franklin/Magnum

Schirners Bilder wirken trotz ihrer Reduktion so unheimlich bekannt, weil wir sie reflexartig nach den Vorlagen in unseren Köpfen ergänzen, ihre Leerstellen ausfüllen. Wir sind also Mitautoren.

Michael Schirner, BYE BYE, IWO45, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, IWO45, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Sein konzeptioneller Ansatz, die zentralen Personen oder Gegenstände und die wesentlichen Bildelemente von ikonischen Fotografien auf ein Minimum zu reduzieren, erzeugt einen Déjà-vu-Effekt, der jedes seiner Szenarien zugleich zum Tatort werden lässt – weil man intuitiv fühlt, dass etwas fehlt oder anonymisiert wurde.

Michael Schirner, BYE BYE, MEM68, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, MEM68, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Das Gefühl, dass sich etwas Gewaltsames zugetragen hat, kommt nicht von ungefähr. Denn tatsächlich ist der Tod auf sämtlichen dieser geisterhaften und häufig banal anmutenden Bilder präsent …

Michael Schirner, BYE BYE, GEN87, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, GEN87, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

… sei es, weil es sich bei den Vorlagen um Aufnahmen handelt, die unmittelbar mit Katastrophen, historischer und politischer Gewalt in Zusammenhang stehen oder weil das Verschwinden von Menschen aus einem Foto der symbolischen Auslöschung der jeweiligen Person gleichkommt.

Michael Schirner, BYE BYE, PAR97, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, PAR97, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Wenn vom Tod des Autors gesprochen wird und wir, wie Schirner es postuliert, die Autoren seiner Bilder sind, dann lässt er uns diesen Tod in unserer Imagination als den eigenen erleben.

Michael Schirner, BYE BYE, MOS20, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, MOS20, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Anders als bei den Bildmanipulationen der Stalinisten und Modemagazine geht es hierbei nicht um gezielte politische oder ästhetische Korrekturen oder die Zementierung bestimmter Bedeutungen, sondern um eine völlig lakonische ästhetische und inhaltliche Entleerung.

Michael Schirner, BYE BYE, ABU03, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, ABU03, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Indem Schirner die Indizien stattgefundener Gewalt, die Täter, die Opfer, die Akteure auslöscht, fordert er uns auf, ihre Stelle einzunehmen. Schirner eliminiert die Gewalt nicht aus der Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, er bittet den Tod nur, für einen Augenblick zur Seite zu treten, damit unsere Imagination mehr Platz hat.

Michael Schirner, BYE BYE, NEW32, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, NEW32, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

So können wir uns vorstellen, wie tief wohl der Fall der Bauarbeiter war, die gerade noch ihr Butterbrot auf einem Stahlträger über den Straßenschluchten von New York gegessen haben, der jetzt leer in den Himmel ragt.

Michael Schirner, BYE BYE, JER61, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, JER61, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Wir können wie Eichmann in einem Glaskasten in dem Jerusalemer Gericht sitzen und des Völkermordes angeklagt werden.

Michael Schirner, BYE BYE, LAK37, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, LAK37, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Wir können mit der Hindenburg explodieren.

Michael Schirner, BYE BYE, TRA72, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, TRA72, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Mit dem Eintritt ins Bild eröffnen sich also unweigerlich medientheoretische Diskurse, Fragen danach, was eine Fotografie ihrem Wesen nach überhaupt ist. In diesem Sinne vermittelt BYE BYE so etwas wie eine Nahtoderfahrung.

Michael Schirner, BYE BYE, NEW55, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Dennis Stock/Magnum Photos

Michael Schirner, BYE BYE, NEW55, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Dennis Stock/Magnum Photos

Man sieht sich in der Gestalt von anderen quasi selbst beim Verschwinden zu – in Gedächtnisbildern, die uns in ihrer Anonymität und Leere das Drama unserer eigenen Sterblichkeit vor Augen führen.

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. April 2010, Nr. 87 / 15 D3

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. April 2010, Nr. 87 / 15 D3

Die BYE BYE – FAZ

The Power of Print

Am 15.4.2010, dem Tag der Eröffnung der Ausstellung „Michael Schirner BYE BYE“ im Haus der Photographie der Hamburger Deichtorhallen, machte die Redaktion der Frankfurter Allgemeine Zeitung ein hochinteressantes Experiment: 17 Beiträge der aktuellen Ausgabe wurden mit 17 Werken der Serie BYE BYE bebildert. Dabei nutzen die Redakteure die BYE BYE-Bilder als Material für künstlerische Neuschöpfungen, indem sie redaktionelle Texte unter die Abbildungen setzten. Die ungewöhnlichen Bild-Text-Verbindungen fordern unsere Imagination und Phantasiearbeit heraus und machen uns zu Schöpfern von Geschichten, die nur in unserem Kopf entstehen. Diese radikale Intervention von 17 Bildern der Serie „Michael Schirner, BYE BYE“ in der FAZ ist eine eindrucksvolle Demonstration der Macht und Magie des gedruckten Bildes in den Medien, wie es sie in der Form noch nie gegeben hat.

Das Spiel beginnt auf der Titelseite mit dem BYE BYE-Bild, dem Schlagwort „Kriegsbild“ und setzt sich auf den folgenden Seien fort.

Michael Schirner, BYE BYE, WAR70, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, WAR70, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Das Bild „BYE BYE, WAR70“ mit der Bildunterschrift:
Geschichtsbücher werden immer wieder umgeschrieben. Ein wenig wohler ist einem aber doch, wenn sie noch gedruckt vorliegen.

Michael Schirner, BYE BYE, NOR44, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, NOR44, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

„BYE BYE, NOR44“ mit der Bildunterschrift:
Wenn man Windstärke, Temperatur und Niederschlagsmenge vorausberechnen kann, ist dann auch der Ausgang der Geschichte bereits determiniert?

Michael Schirner, BYE BYE, NEW55, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Dennis Stock/Magnum Photos

Michael Schirner, BYE BYE, NEW55, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Dennis Stock/Magnum Photos

„BYE BYE, NEW55“ mit Bildunterschrift:
Helden gehen gern zu Fuß, auch wenn sie hoch hinaus wollen.

Michael Schirner, BYE BYE, BEI89, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Stuart Franklin/Magnum Photos

Michael Schirner, BYE BYE, BEI89, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Stuart Franklin/Magnum Photos

„BYE BYE, BEI89“, mit Bildunterschrift:
Bitte, wo geht’s hier nach Hollywood? Li Dawei will raus aus Peking.

Michael Schirner, BYE BYE, VER84, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, VER84, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

„BYE BYE, VER84“ mit Bildunterschrift:
Die Polen greifen in höchste Register öffentlichen Gedenkens und erweisen damit ihrem verunglückten Präsidenten eine heikle letzte Ehre.

Michael Schirner, BYE BYE, CLE08, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, CLE08, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

„BYE BYE, CLE08“ mit Bildunterschrift:
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr: Auf dem Land herrscht jedenfalls ein anderes Verhältnis zur Transgression als in großen Städten.

Michael Schirner, BYE BYE, TRA72, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, TRA72, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

„BYE BYE, TRA72“ mit Bildunterschrift:
Krieg, das heißt Gräuel. Man entkommt ihnen nicht, wenn man nicht von ihm spricht.

Michael Schirner, BYE BYE, PAR97, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, PAR97, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

„BYE BYE, PAR97“ mit Bildunterschrift:
Manchmal wäre es besser, nicht durch Drehtüren zu eilen.

Michael Schirner, BYE BYE, BAG08, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, BAG08, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

„BYE BYE, BAG08“ mit Bildunterschrift:
Der Traum aller Gäste des Pictoplasma-Festivals ist es, die Welt des Trickfilms um eine Figur zu bereichern, die später jeder kennt.

Michael Schirner, BYE BYE, NEW32, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, NEW32, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

„BYE BYE, NEW32“ mit Bildunterschrift:
Hoch hinaus, denn Baukunst heißt heute überwiegend Montage.

Michael Schirner, BYE BYE, TOR98, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, TOR98, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

„BYE BYE, TOR98“ mit Bildunterschrift:
Die ewige Frage: Was würdest du wählen, wenn du entscheiden könntest zwischen dem Leiden und dem Nichts.

Michael Schirner, BYE BYE, HAM08, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, HAM08, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

„BYE BYE, HAM08“ mit Bildunterschrift:
Damit akademische Karrieren in Fahrt kommen, werden Anführungsstriche schon einmal auch weggelassen.

Michael Schirner, BYE BYE, JER61, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, JER61, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

„BYE BYE, JER61“ mit Bildunterschrift:
Ein Mann, der sein Rollenbild für die Wirklichkeit nahm.

Michael Schirner, BYE BYE, GEN87, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, GEN87, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

„BYE BYE, GEN87“ mit Bildunterschrift:
Die ARD blickt auf ihre Geschichte zurück. Vier Nächte lang geht es um Wegmarken des politisch, informierenden wie des unterhaltenden Fernsehens. Einen neuen Slogan gönnen sich die Sender demnächst auch: „Wir sind eins. ARD.“

Michael Schirner, BYE BYE, IWO45, 2002 – 2011, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, IWO45, 2002 – 2011, Digigraphie by Epson

„BYE BYE, IWO45“ mit Bildunterschrift:
Vox, 20.15 Uhr, der Flug des Phoenix: Ein Flugzeug stürzt über der Wüste Gobi ab. Die Passagiere müssen um ihr Überleben kämpfen.

Michael Schirner, BYE BYE, YAN66, 2002 – 2011, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, YAN66, 2002 – 2011, Digigraphie by Epson

“ BYE BYE, YAN66″ mit Bildunterschrift:
Wenn die Natur außer Kontrolle gerät, versagen die Bilder.

STREET ART

BYE BYE-Großflächenplakatkampagne

Michael Schirner, BYE BYE, Großflächenplakat in Frankfurt/M, 2010

Michael Schirner, BYE BYE, Großflächenplakat in Frankfurt/M, 2010

Michael Schirner, BYE BYE, Großflächenplakat in Düsseldorf, 2010

Michael Schirner, BYE BYE, Großflächenplakat in Düsseldorf, 2010

Michael Schirner, BYE BYE, Großflächenplakat in Frankfurt/M, 2010

Michael Schirner, BYE BYE, Großflächenplakat in Frankfurt/M, 2010

Als Teil der Medien-Kunst-Aktion erschienen Bilder der Serie BYE BYE vom 16.4. bis 6.5.2010 auf mehr als tausend Großflächenplakaten, Plakatsäulen und City Light Poster in Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Frankfurt.

Michael Schirner, BYE BYE, NEW01, 2002 – 2011, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Thomas Hoepker/Magnum Photos

Michael Schirner, BYE BYE, NEW01, 2002 – 2011, Digigraphie by Epson, based on a photograph by Thomas Hoepker/Magnum Photos

BYE BYE, NEW01

11. September

Zum neuesten Bild der Serie BYE BYE: Es hat den Titel NEW01 und wurde zusammen mit MUN72 und IWO45 in der Ausstellung „Bilder vom Terror“ bei C/O Berlin gezeigt.

Wie es zu dem Bild kam: Der Magnum-Fotograf Thomas Hoepker fragte Michael Schirner, ob er sein berühmtes Bild „Blick von Brooklyn auf Manhattan, 11. September 2001“ nicht – wie er sich ausdrückte – „verzaubern“ könne, damit aus dem Bild mit der schrecklichen schwarzen Wolke ein ganz normales Touristenfoto wird.

BYE BYE, in: „Bilder vom Terror“, C/O Berlin 2011:

http://www.dw.de

http://www.flickr.com

 

BYE BYE, Haus der Photographie Deichtorhallen, Hamburg 2010:

http://www.michael-schirner-bye-bye.de
http://news.gestalten.com
http://www.youtube.com
http://www.faz.net
http://www.artnet.de
http://www.photoscala.de.k1905.ims-firmen.de
http://www.photopresse.de
http://www.freelens.com
http://www.photography-now.com
http://www.kultur-online.net
http://www.lastagenda.de
http://www.artnet.com
http://d-nb.info
http://www.abendblatt.de
http://www.spiegel.de
http://zeigermann.com
http://www.page-online.de
http://www.new-business.de
http://www.uni-giessen.de
http://www.d-pixx.de
http://www.epson.de
http://www.berliner-zeitung.de

nach oben

LIEBE LÖSER

Imagekampagne für die Burda GmbH, München, 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

Imageanzeige für die Burda GmbH, München 1989

CREDITS

Auftraggeber: Burda GmbH, München
Agentur: Michael Schirner Werbe- und Projektagentur GmbH
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Enrique Jungbauer
Artdirector: Claudia Hammerschmidt
nach oben

EIN WORT

Kampagne für das Image von BUNTE, BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

Anzeige für BUNTE, 1979

CREDITS

Auftraggeber: Burda GmbH, München
Agentur: GGK Düsseldorf
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Joachim Beutler, Franz Brauer, Diethadt Nagel
Artdirector: Axel Hinnen, Karl Gerstner
Grafiker: Andrea Haller, Emmy Povel
nach oben

UNSICHTBAR

Kampagne für die Schuhe von bama, 1986

Plakat für die Schuhe von bama, 1986

Plakat für die Schuhe von bama, 1986

Die Aufgabe:

Wir sollten Werbung für die gesunden Schuhe von bama machen.
Vorteil: Sie sind unglaublich bequem.

Die Überlegung:

Nachteil: Sie sehen aus wie Gesundheitsschuhe –
also ziemlich hässlich.

Die Idee:

Wir lassen die hässlichen Schuhe einfach weg und zeigen nackte Leute.
Wir schreiben drunter, wie bequem bama-Schuhe sind: „bama … wie barfuß“.
Im Kino machen wir Filmkunst: Der Ballettchef William Forsythe hat mit den Nackten einen wunderbaren Ballettfilm gemacht. Für die unsichtbaren Schuhe von bama.

Der Erfolg:

Die bama-wie-barfuß-Werbung löste einen Modetrend aus: Mit Schuhen in die Hand barfuß gehen.

CREDITS

Auftraggeber: bamawerke Moosbach
Agentur: Michael Schirner Werbe- und Projektagentur GmbH
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Enrique Jungbauer
Artdirector: Claudia Hammerschmidt (Film), Caspar Frenzel (Print)
Filmproduktion: Neue Sentimental Film
Kinofilm: William Forsythe
nach oben

FROM A TO B

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, 1967

Michael Schirner, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Michael Schirner, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Als Studierender an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg gründete Michael Schirner 1976 zusammen mit Reinhold Scheer und Hajo Reichelt die Künstlergruppe „Die B-Männer“ (B wie ihre Professoren Max Bill, Max Bense, Kilian Breier und Bazon Brock). Die drei fertigten 1:1 Reproduktionen von sich und ihren Freunden an und ließen diese als Vertreter ihrer selbst in Hamburg leben und arbeiten: B-Männer fuhren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, besuchten Vorlesungen und Strip-Lokale, schliefen mit A-Frauen, traten auf in Fernsehsendungen des WDR und in Bazon Brocks „Die Wegwerfbewegung“, der Performance  in der Stadthalle Hannover.

1968, als Schirner die Hochschule nach dem Skandal um sein Kostümfest ohne Kostüme verließ, schickte er seine B-Männer zu Bewerbungen in Werbeagenturen, während er Andy Warhol in  New York als Ghostwriter bei dessen Philosophie „From A to B and Back Again“ half.

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

Schirner, Scheer & Hajo, B-Männer, Medienkunst-Intervention, Installation Shot, Hamburg 1967

nach oben

SAD RAT

Jürgen Harten und Michael Schirner, Ausstellung „Avantgarde & Kampagne“, Düsseldorf , 1992

Katalogbuch „Art meets Ads“ zur Ausstellung „Avantgarde & Kampagne“, Düsseldorf 1992

Katalogbuch „Art meets Ads“ zur Ausstellung „Avantgarde & Kampagne“, Düsseldorf 1992

„Art meets Ads“: Kunst trifft Werbung in der Ausstellung „Avantgarde & Kampagne“ der Kunsthalle Düsseldorf im September 1992. Das Buch zur Ausstellung dokumentiert und interpretiert das Experiment: Die Vorstellung  neuester internationaler Kunst und Werbekampagnen als gleichwertige ästhetische Äußerungen. Mit „Art meets Ads“ zeigen der Leiter des Museums Jürgen Harten und der Werbemann Michael Schirner, dass Werbung nur Kunst ist, und Kunst nur Werbung, also beides nichts Besonderes, aber das Höchste und Erhabenste. Die Fotografien von Franklin Berger dokumentieren einen Gang durch die Räume der Kunsthalle, in der sich Kunst und Werbung auf der Ebene von Ästhetik und Kommunikation treffen – mit ihren Unterschieden, Übereinstimmungen und Bezügen.

Exhibition Shot, Art meets Ads, Kunsthalle Düsseldorf 1992

Exhibition Shot, Art meets Ads, Kunsthalle Düsseldorf 1992

Von links nach rechts: Maria Eichhorn, Stehpult, Andreas Slominski, (ohne Titel), 3 Hühnereier; Barbara Kruger Siebdruck „Einfühlungsvermögen kann die Welt verändern“; Thomas Grünfeld, ohne Titel (Ratten), Dispersion, Tierpräparate; Oliviero Toscani, Benetton Group, „Newborn Baby“, „Murder“, „Soldier“; Heiner Blum, Komposition in Silber und Schwarz Nr.1, 1990, Spiegel, Siebdruck …

Exhibition Shot, Art meets Ads, Kunsthalle Düsseldorf, 1992

Exhibition Shot, Art meets Ads, Kunsthalle Düsseldorf, 1992

Von links nach rechts: Oliviero Toscani, Benetton Group, „Murder“, „Soldier“; Heiner Blum, Komposition in Silber und Schwarz Nr.1, 1990, Spiegel, Siebdruck; Jeff Koons, Made in Heaven / Starring: Jeff Koons & Cicciolina, Papier auf Leinwand; Louise Lawler, Pop Art Tryptichon / Collage auf Karton; TBWA Werbeagentur, Frankfurt/London, Marlboro „What is red?“, Philip Morris GmbH, München

Exhibition Shot, Art meets Ads, Kunsthalle Düsseldorf, 1992

Exhibition Shot, Art meets Ads, Kunsthalle Düsseldorf, 1992

Von links nach rechts: Ken Lum, „Melly Shum Hates Her Job“, Offsetdruck auf Papier; Ken Lum, ohne Titel (Kissen), Stoff, Füllmaterial; McCann-Ericson Werbeagentur, Frankfurt, Camel „Den Rest kennen Sie ja“, R.J. Reynolds Tobacco GmbH, Köln;john Miller, Woodland, Mixed Media; Wess, Whitten, Carrol, Stagliono, New York, „The creators of Apriori …“, Apriori, New York …

Exhibition Shot, Art meets Ads, Kunsthalle Düsseldorf, 1992

Exhibition Shot, Art meets Ads, Kunsthalle Düsseldorf, 1992

Von links nach rechts: Ashley Bickerton, Seascape: Floating Costume to Drift for Eternety II, Mixed Media; AEBI/BBDO, Zürich, Giulietta Masima, Vitra GmbH, Weil am Rhein; Gerhard Richter, Spiegel, Kristallglasspiegel …

Exhibition Shot, Art meets Ads, Kunsthalle Düsseldorf, 1992

Exhibition Shot, Art meets Ads, Kunsthalle Düsseldorf, 1992

Von links nach rechts: Bruce Weber, Calvin Klein, New York, „Obsession form en“, Calvin Klein Cosmetics Company, New York; Sylvie Fleury, Shopping Bags, Installation; AEBI/BBDO, Zürich, „Dizzy Gillespie“, Vitra GmbH, Weil am Rhein;

Exhibition Shot, Art meets Ads, Kunsthalle Düsseldorf, 1992

Exhibition Shot, Art meets Ads, Kunsthalle Düsseldorf, 1992

Von links nach rechts: Bartle, Bogle, Hegarty Ltd., London, Levis Jeans 501, „I get around …“ / „Because they fit …“ / „I like them best …“, Levi Strauss (U.K.) Ltd., Northhampton

Thomas Schütte, SAD RAT, Aquarell/Tusche auf Papier und Collage, 5teilig

Thomas Schütte, SAD RAT, Aquarell/Tusche auf Papier und Collage, 5teilig

Der Künstler Thomas Schütte hat aus der Werbung für die Ausstellung – dem Katalogtitel ART meets ADS – die wunderbare Collage SAD RAT gemacht.

Katalogbuch Art meets Ads, Seite 17 (deutsch)

Katalogbuch Art meets Ads, Seite 17 (deutsch)

Katalogbuch Art meets Ads, Seite 18 (deutsch)

Katalogbuch Art meets Ads, Seite 18 (deutsch)

Katalogbuch Art meets Ads, Seite 19 (deutsch)

Katalogbuch Art meets Ads, Seite 19 (deutsch)

Katalogbuch Art meets Ads, Seite 20 (deutsch)

Katalogbuch Art meets Ads, Seite 20 (deutsch)

CREDITS

Auftraggeber: Kunsthalle Düsseldorf
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Jürgen Harten, Michael Schirner
Artdirector: Claudia Hammerschmidt
Fotograf: Franklin Berger
Kurator: Jürgen Harten, Michael Schirner
Katalog: Michael Schirner Werbe- und Projektagentur
nach oben

ZÜRICH FALSCH

Michael Schirner, ALLES FALSCH, Medienkunstintervention, Zürich, 1989

Plakat, Michael Schirner, ALLES FALSCH, Medienkunstintervention, Museum für Gestaltung Zürich 1989

Plakat, Michael Schirner, ALLES FALSCH, Medienkunstintervention, Museum für Gestaltung Zürich 1989

Hans Ulrich Reck in seinem Buch „Index Kreativität“: „Michael Schirner auf einer Kooperation aus Freundschaft beruhender Entwurf, sowie dessen sich in verschiedene Realisierungen verzweigende Gestaltung für die Ausstellung „Imitationen. Nachahmung und Modell. Von der Lust am Falschen“ …

Plakat, Michael Schirner, ALLES FALSCH, Medienkunstintervention, Museum für Gestaltung Zürich 1989

Plakat, Michael Schirner, ALLES FALSCH, Medienkunstintervention, Museum für Gestaltung Zürich 1989

… umfasste ein Plakat und Aufkleber unterschiedlicher Größe, die mittels eines „wilden Plakatierens“ die gesamte gegenständlich gewordene Mit- und Umwelt als falsch zu denunzieren in der Lage waren, also Irritationen erzeugten, die normalerweise der Kunst oder einer bestimmten Vorstellung künstlerischer Interventionen vorbehalten bleiben, nun aber als strategische Leistungen der Alltagsästhetik erscheinen.

Plakat, Michael Schirner, ALLES FALSCH, Medienkunstintervention, Museum für Gestaltung Zürich 1989

Plakat, Michael Schirner, ALLES FALSCH, Medienkunstintervention, Museum für Gestaltung Zürich 1989

Eben dies reiht den Entwurf ein in Schirners seit den 1970er Jahren mustergültig entwickelte und meisterlich erprobte Umcodierung künstlerischer Konzepte in massenkulturelle Strategien, Positionen und Expositionen visueller Kommunikation und in eine medial entfaltete Vermittlung als Gelenk ästhetischer Produktion.“

CREDITS

Auftraggeber: Museum für Gestaltung Zürich
Agentur: Michael Schirner Werbe- und Projektagentur GmbH
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Michael Schirner
Artdirector: Claudia Hammerschmidt
Kurator: Hans Ulrich Reck
nach oben