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Kampagne zur Aktion des Rheinischen Merkur "Ich will ein Kind", 1989

Großflächenplakat zur Aktion "Ich will ein Kind", 1989

Großflächenplakat zur Aktion “Ich will ein Kind”, 1989

Rheinischer Merkur: “Ich will ein Kind”

Absatzwirtschaft, 01.11.1989

Mit einer in ihrer Verlagsgeschichte einzigartigen Imagekampagne macht der Rheinische Merkur von sich reden. Auf 24.000 Großflächen und 5.000 City Light Poster “wirbt” die Zeitung mit vier anmutenden Motiven: romantisch junges Paar, ein lachendes und ein liegendes Baby, sowie ein moderner Vater mit Säugling auf dem Arm (siehe Foto). Parallel dazu werden Anzeigen geschaltet.

Und die Redaktion begleitet die Kampagne, die nach drei Monaten im Dezember langsam ausläuft, mit einem journalistischen Programm, welches das soziale Anliegen der Motive redaktionell unterstützen soll. Den Mediawert von 5 Millionen DM für das Medium Plakat sponsert der Fachverband Aussenwerbung. Lediglich die Handlingkosten in Höhe von rund 750 000 DM trägt der Verlag.

In einer Pressemitteilung des Verbandes der Außenwerbung heißt es, dass er die Initiative des Rheinischen Merkur unterstütze, weil das Kind keine Lobby habe. Der kreative Input zur Kampagne und auch die Idee zur kostensparenden Zusammenarbeit mit dem Außenwerbungsverband stammt von Michael Schirner, der mit Verlagswerbung einige Erfahrung hat. So rettete er schon die linksalternative “taz” vor dem Ruin und war bis vor kurzem für den Hamburger “Stern” aktiv. 
Seine “glänzenden Kontakte” (Rheinischer Merkur-Verlagsleiter Arnd Pötter) brachten das Social-Sponsoring zustande.
Pötter zufolge hat die Kampagne einen gemeinnützigen Anspruch. 
”Wir wollen Mut zum Kind machen und jungen Paaren sagen, wo sie Rat und Hilfe bekommen.” Deshalb enthält jedes Plakat und jede Anzeige eine Telefonnummer. 
Wer sie anwählt, dem erklärt eine freundliche Dame des Rheinischen Merkurs, warum die katholische Wochenschrift sich auf diese Weise sozial für das Kinderkriegen einsetzt.

Ursprünglich stand auch das Thema “Arbeitslosigkeit” zur Debatte, schied aber bereits im Vorfeld der Überlegungen aus, “weil es” – so Pötter – “für die Bevölkerung kein echtes Thema mehr ist.”

Großflächenplakat zur Aktion "Ich will ein Kind", 1989

Großflächenplakat zur Aktion “Ich will ein Kind”, 1989

Großflächenplakat zur Aktion "Ich will ein Kind", 1989

Großflächenplakat zur Aktion “Ich will ein Kind”, 1989

Großflächenplakat zur Aktion "Ich will ein Kind", 1989

Großflächenplakat zur Aktion “Ich will ein Kind”, 1989

Tageszeitungsanzeige zur Aktion "Ich will ein Kind", 1989

Tageszeitungsanzeige zur Aktion “Ich will ein Kind”, 1989

CREDITS

Auftraggeber: Wochenzeitung Rheinischer Merkur
Agentur: KKG Projektagentur
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Michael Schirner
Artdirector: Claudia Hammerschmidt
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